„Wollen wir nicht einmal alle gemeinsam angeln?“ – das war die Frage die ich im Dezember 2017 auf einer Messe von Siegfried Barton, Teamangler bei Aquatic-Baits, gestellt bekam. Aus Erfahrung weiß ich, das es fast unmöglich ist, ein Event mit mehreren Personen zu planen. Die Zeitkoordination, die Anfahrt, das richtige Gewässer finden, spontane Absagen und und und.. Trotzdem habe ich es mir als Ziel gesetzt, unser gemeinsames Event für 2018 zu organisieren. Ich dachte mir das es doch möglich sein muss, für eine handvoll Angler innerhalb eines Jahres ein Gruppenfischen zu organisieren.

Das passende Gewässer zu finden war das leichteste. Hier habe ich mich sofort für die in Ungarn gelegene Bucht-M1 entschieden. Da ich den Eigentümer Wolfgang Jörg sehr gut kenne, konnte ich die Rahmenbedingungen wie Datum und Dauer, Unterkunft sowie örtliche Gegebenheiten wie Dusche, WC und Nahversorgung schnell klären. Das Gewässer Bucht-M1 liegt 12km nach der Grenze Nickelsdorf in Ungarn. Hierbei handelt es sich um eine alte Schottergrube und bietet Karpfenanglern alles, was das Herz begehrt, das gesamte Areal ist eingezäunt. Bei 9,6 ha Wasserfläche und Wassertiefen von 1 bis 6 Metern weist der Grund einige Kanten und auch Krautfelder auf, viele Stellen sind mit Schilf bewachsen, kleine Buchten und überhängende Bäume komplettieren den Teich.

Mir war es sehr wichtig, es für jeden so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Es sollte kein Überlebenstraining werden, sondern ein Treffen unter Freunden welche die gleiche Leidenschaft, das Karpfenangeln teilen. Immerhin haben wir ja auch eine Frau im Team und eine Dusche vor Ort macht das Leben am Wasser doch sehr luxuriös.

Natürlich konnte jeder der wollte auch sein Zelt aufschlagen, für diese Option hat sich Thomas Ganselmayer entschieden, da er auch auf einem Platz angeln wollte, welcher sich in der Vergangenheit immer als sehr fängig bewiesen hat.

Nachdem ich alle Rahmenbedingung festgelegt hatte und auch mit allen Mitstreitern, welche sich aus Freunden und Teamanglern zusammensetzte, einen Termin vereinbaren konnte, stand dem gemeinsamen Event 2018 nichts mehr im Wege.

Die Ankunft

Wir haben es tatsächlich geschafft, immerhin waren wir insgesamt neun Personen, uns Mitte September vor Ort in der Bucht-M1 zu treffen. Rasch wurden die Plätze und Hütten bezogen. Kurze Wegzeiten zueinander waren natürlich von Vorteil, da wir uns ja auch untereinander einiges zu erzählen hatten und auch der Erfahrungsaustausch nicht zu kurz kommen durfte. Wir verbrachten den Vormittag damit, unser Tackle aufzubauen und die geeigneten Spots ausfindig zu machen. Hier lieferte uns Christian der Teichwart alle nötigen Informationen. Sein Motto lautet „Nicht ist schöner, als erfolgreiche Angler am Teich zu haben“. Nur dadurch ist die Stimmung am besten und jeder hat seine Freude und kommt auch gerne wieder.

Am frühen Nachmittag waren wir dann alle soweit fertig und konnten uns auf die nächsten Tage freuen, welche auch schönstes Herbstwetter voraussagten.

Das Team

Wie schon erwähnt, waren nicht nur Aquatic-Baits Teamangler dabei, sondern auch Freunde wie Markus Windisch. Günther Smetana und Josef Guca dabei. Aus dem Team waren Thomas Ganselmayer, Siegfried Barton, Rainhard Loidl, Matthias Pokorny und unsere weibliche Begleitung Sabine Hornacek aka „Sabee on the bank“ am Teich. Es kamen auch viele Interessierte zu Besuch, wir hatten das Event nämlich in den sozialen Netzwerken angekündigt. So konnten alle Teilnehmer Frage und Antwort stehen. Es waren sehr tolle Gespräche und wir waren selbst etwas überrascht. Mit Besuchern hatten wir nämlich gar nicht gerechnet.

Die Taktik

Ziel war es natürlich, das jeder von uns dieses Event erfolgreich und zufrieden in Erinnerung behält. Das gelingt beim Angeln natürlich auch nur,wenn jeder schöne Fische fängt. Wir waren auf gut 60 Prozent der Wasserfläche präsent. Thomas Ganselmayer, er kannte das Gewässer von uns am besten, saß mit Josef in einer Ecke des Teichs, welcher laut Aussagen von Thomas zwar nicht die größten, dafür aber die meisten Fische brachte. Das war natürlich ideal, denn so konnten wir feststellen, welches Futter bzw. welche Boilies am besten angenommen wurden. Denn die Wunderkugel, welche immer und überall fängt konnten selbst wir noch nicht erfinden. Mit dabei auch die neuen Prototypen der auf Insekten basierten Boilies INS:TINCT welche ab Jänner auf den Markt kommen. Thomas war auch nicht geizig beim Füttern, denn Fische waren definitiv bei ihm am Spot.

Natürlich gibt es Plätze welche mehr oder weniger Fische bringen. Deshalb war es wichtig, hier mit den für die Karpfen attraktivsten Köder zu angeln. Bei der Spotsuche waren wir alle sehr gewissenhaft und suchten die für uns Aussichtsreichsten Stellen und fütterten eher sparsam, bis sich die ersten Erfolge einstellten und die kamen schneller als erwartet.

Matthias war der König

Neben Thomas hatte Matthias Pokorny das Glück auf seiner Seite. Er fing vom Start weg sehr schöne und gewichtige Karpfen. Da wir alle mit dem gleichen Futter angelten war sein Spot der am besten gewählte. Einige Meter daneben angelte Günther auf ungefähr der gleichen Höhe. Günther fing eindeutig die schwereren Karpfen jedoch nicht annähernd die Stückzahl wie Matthias oder Thomas. Gleich daneben saß ich und ich konnte den beiden am ersten Tag nur zusehen. Es war wieder sehr interessant zu beobachten, wie der gewählte Spot über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Am Köder lag es nicht, wir angelten ja alle mit den gleichen Boilies.